CRANIOSACRAL THERAPIE MIT TIEREN

 

Auszug aus meiner Diplomarbeit: "Craniosacral Therapie mit Tieren"

 

 

 

"In einem Craniosacral Therapie Setting geschieht oft anfangs viel äussere Bewegung, erst allmählich gehen die Tiere in Entspannung und werden ruhiger. Tiere geben ehrlich und direkt Feedback auf unsere Gemütsverfassung, unsere Absichten und unser Aushandeln von Raum. Wenn es für sie nicht stimmt, so weichen sie von uns weg.

 

 

 

Tiere lesen unsere Aura, sie nehmen unser Wesen ungeschminkt wahr. Es ist, als ob wir eine Art Inhaltsverzeichnis in unserem Energiefeld hätten, aus dem sie lesen könnten. Je mehr ich mit Hunden arbeite, umso direkter gerate ich in Kontakt mit einem neuen Hund, da er mir schneller sein Vertrauen schenkt.

 

 

 

Der "Atem des Lebens" ist ein Wahrnehmen von etwas ganz Unmittelbarem, Natürlichem, das in uns allen schwingt und Impulse setzt. So ist der Umgang mit den craniosacralen Rhythmen für das Tier eigentlich etwas Vertrautes. Daran aussergewöhnlich ist allerdings, dass wir Menschen diese Wahrnehmung mit ihnen teilen können und in einen viel tieferen Austausch gehen als im normalen Alltag. Dasselbe geschieht auch, wenn ich mit einem Tier zum ersten Mal telepathisch kommuniziere. Es ist, als ob man vom Hochhaus, wo man sich normalerweise mit oberflächlichen Themen in den obersten Etagen aufhält, mit dem Lift nach unten in den Keller fährt und dort erkennt, dass man sogar die Tiefgarage zusammen teilt.

 

 

 

Auf diesen „unteren Ebenen“ bewegen sich die Tiere, Abstraktion liegt ihnen fern. Sie sind ihrer Umgebung unmittelbar ausgesetzt, sie sind in Kommunikation, ihre Sinnesorgane sind ständig aktiv und um ein Vielfaches besser ausgeprägt als bei uns Menschen. Die Tiere zeigen sich jedes Mal sehr dankbar für diesen „Shift“, sind wir Menschen doch für sie meist undurchschaubar, impulsiv, vernunftgesteuert und von Gefühlen und Körperwahrnehmungen beinahe abgeschnitten.

 

 

 

In einer Craniosacral Behandlung verbinden sich unsere Welten. Vertraut uns das Tier, so gibt es sich auch hier unmittelbar dem Prozess hin, und es kann in einer einzigen Sitzung sehr viel geschehen, da keine mentalen Konstrukte wie Zweifel, Ängste und Glaubenssätze den Prozess einschränken und bremsen. Natürlich benötigen chronische Geschichten meist länger als akute Verletzungen, doch kann auch etwas Chronisches sich schnell auflösen, wenn das ihm Zugrundeliegende erkannt worden ist.

 

 

 

Craniosacral Therapie Sitzungen geschehen auf der Erde, auf dem Fussboden, auf einer Matratze, im Stall oder im Stroh. Ich knie, kauere, sitze, liege fast, dabei ist die eigene angenehm entspannte Position recht schwierig umzusetzen.

 

 

Der verbale Anfangsaustausch entfällt, doch stimme ich mich telepathisch auf das Tier ein und frage, ob es mir etwas zeigen will. Tiere schicken mir in der Kommunikation meist sehr schnell und unmittelbar ganze Informationspakete aus Emotionen, Bildern, Geräuschen, Worten, die ich dann achtsam zu entschlüsseln versuche.

 

 

 

Diese Mitteilungen sind oft schon genug, um einen Heilungsprozess, eine Veränderung einleiten zu können. Es tut gut, seine Wahrheit mit jemandem zu teilen, endlich gesehen und gehört, überhaupt wahrgenommen zu werden. Die Trauer, die Angst, den Schmerz, das Leid zu zeigen und darin erkannt zu werden. Das verleiht Kraft, weil etwas Wichtiges bezeugt und anerkannt wird.

 

 

 

Bei der Behandlung bin ich immer wieder sehr beeindruckt, wie viele Emotionen in Körperteilen abgespeichert worden sind. Oft kann ich Bewegungen und Bilder eines Unfallherganges wahrnehmen, wenn ich mit dem betroffenen Muskel oder Knochen in Berührung gehe. Und oft kann, was sich zeigt, sich auch lösen.

 

 

 

Zu Behandlungsende sind die Tiere meist tiefenentspannt. Ein Gefühl von Frieden und Dankbarkeit breitet sich aus. Das Tier benötigt nun Rückzugsmöglichkeit und die Gelegenheit für einen Heilungsschlaf."

 

 

                                                                                                           Fotos: Bruno Hasler